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Ich will kein gläserner Mensch werden! – Lesetext C1

Ein Text von Olga aus Sankt Petersburg, Russland, für die Reihe Deutschlerner aus aller Welt schreiben

Ich will kein gläserner Mensch werden!

Heutzutage ist der technische Fortschritt nicht mehr ein Wunder, sondern eine Tatsache, der wir uns anpassen, und ein Ziel, nach dem unsere Gesellschaft strebt. Allerdings muss man diesbezüglich in fast allen Bereichen des Lebens eine Antwort auf die folgenden Fragen finden: Wie soll ich mit der Digitalisierung umgehen? Wie weit darf Künstliche Intelligenz (KI) in unseren Alltag eindringen?

Dieses Thema wird derzeit kontrovers diskutiert. Einerseits eröffnen die neuen Geräte und das Internet viele Möglichkeiten, von denen man früher nur träumen konnte. Das Internet verbindet Menschen, die tausende Kilometer voneinander entfernt sind, und erlaubt es ihnen, ständig in Kontakt zu bleiben. Den neu entwickelten Programmen und Algorithmen dürften wir dankbar für die Vereinfachung des Lebens sein, weil sie unterschiedliche Optionen zur Auswahl stellen. Zum Beispiel können wir uns jetzt nie mehr verlaufen, da unser Standort immer verfolgt wird. Ein anderes Beispiel: Man muss nicht mehr so viele Informationen im Gedächtnis behalten, da fast alle Daten, sowohl unsere Passwörter als auch unsere Suchanfragen, sogar die häufig benutzten Phrasen bereits irgendwo gespeichert sind.

Für mich klingt das beunruhigend. Kritiker der digitalen Kontrolle führen ins Feld, dass wir mit dem Fortschritt der künstlichen Intelligenz schutzloser werden. Wir werden von allen und in erster Linie nicht von Menschen beobachtet werden. Diese Entwicklungen flößen mir große Angst ein. Sofern unser Leben von Menschen gesteuert wird, kann es auch ein Leben für Menschen bleiben. Aber niemand weiß, in welche Richtung sich das verändern könnte, wenn die vorher gefahrlosen Programme an die Macht kommen würden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Problem der Digitalisierung des heutigen Lebens ziemlich komplex ist und darüber noch viel nachgedacht werden muss. Ich beurteile die Lage folgendermaßen: Obwohl die künstliche Intelligenz viele Leistungen anbietet, will ich ihre Einmischung in mein privates Leben stark begrenzen. Denn ich möchte kein gläserner Mensch sein oder werden. Deshalb sollte die Rolle der KI möglichst bald kritisch überdacht werden, damit wir die Kontrolle über die Situation nicht verlieren.


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1 Kommentare

  1. Kalyani Madan sagt

    Dieser Absatz reflektiert meine eigene Gedanken ueber das Thema so sehr. Waehrend der Pandemie wurde so viel ueber Digitalisierung geredet, dass ich mich sehr oft frage, ob es ueberhaupt ueber das Lernen geht. Natuerlich haette ich gerne Technologie beim Unterricht verweden, aber wie weit?

    Heutzutage werden auch A1 und A2 durch Aps unterrichtet, egal, ob die Lernenden Kinder oder Erwachsene sind. Natuerlich macht digitaler Unterricht den Lernenden viel Spass, weil sie die Konzepte durch buntigen Bilder, Musik und hoeher Geschwindigkeit lernen. Am wichtigsten ist, dass sie alles im Bildschirm sehen. Die ganze Erfahrung ist lustig. Aber ich bin nicht sicher, wieviel wird eigentlich gelernt wird, wieviel die Studenten eigentlich im Kopf halten. Nach meiner Meinung richten sich die Apps nut auf die richtigen Antwort.
    Zu viel Betonnung auf die App benachteiligt das lernen, meines Erachtens.
    Ich fuehle mich sehr unsicher, wenn ich die Apps beim Unterricht verwenden muss. Fuer einige Kolleginnen ist es eine einfache Sache, sie lernen alles im Nu, sozusagen.
    Fuer mich ist aber ein lebendiger Austausch, mal sprechen, mal schreiben, mal lesen ist immer der beste Weg zum Lernen.

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