10 - Reihe zum Deutschlernen, Wortschatz Deutsch
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10 Verben mit Geschmack – von absahnen bis weichkochen

Verben mit Geschmack

10 Verben mit Geschmack

Heute gibt es 10 Verben für Feinschmecker. Hier lernt ihr 10 zusammengesetzte Verben, deren Grundverb irgendetwas mit Essen zu tun hat.

etwas absahnen; bei etwas absahnen

sich etwas Wertvolles (oft auf nicht ganz korrekte Weise) aneignen; sich bereichern; sich das Beste aneignen

  • Viele Fußballer spielen jetzt in Ländern wie Saudi-Arabien, um vor ihrem Karriereende noch einmal kräftig abzusahnen.
  • Bei der Preisverleihung hat der Film ganz kräftig abgesahnt. Insgesamt 5 Trophäen konnte er gewinnen.
  • Bei diesem Wettkampf hat die Sportgymnastin 5 Medaillen abgesahnt.
  • Trotz der Wirtschaftskrise sahnen die großen Unternehmensberater ordentlich ab.

jemanden anpflaumen

jemanden in unfreundlichem Ton zurechtweisen; jemanden anmotzen

  • Es gibt keinen Grund, mich derart anzupflaumen.
  • Schon beim kleinsten Fehler pflaumt der Vorgesetzte die Mitarbeiter an.
  • Die Interviewfragen schienen dem Trainer nicht zu gefallen, denn er wurde grantig und pflaumte die Moderatorin an.

jemanden aufgabeln

jemanden irgendwo antreffen und mitnehmen; jemanden kennenlernen und eine Beziehung beginnen

  • An der Autobahnraststätte hat der Lastwagenfahrer einen Tramper aufgegabelt und ihn bis Berlin mitgenommen.
  • Die Familie hat den Hund bei einem Spaziergang im Wald aufgegabelt und im Tierheim abgegeben.
  • Manche gehen mit dem Ziel in die Disko, dort jemanden aufzugabeln und ein Abenteuer zu erleben.
aufgabeln - Verben mit Geschmack
aufgabeln – Illustration von Delia Tello

jemanden unterbuttern

jemanden unterdrücken; jemanden nicht zur Entfaltung kommen lassen

  • Lasst euch nicht unterbuttern!
  • Sie haben sich nicht einfach so unterbuttern lassen, sondern ordentlich Widerstand geleistet.
  • Die Partei hat sich wieder einmal nicht durchgesetzt und sich von ihrem Koalitionspartner unterbuttern lassen.

jemanden veräppeln

jemanden zum Besten halten; jemanden veralbern

  • Du willst mich wohl veräppeln!
  • Willst du mich veräppeln? Das kann doch so nicht stimmen!
  • Zuerst habe ich gedacht, sie wollte mich veräppeln, aber irgendwann habe ich festgestellt, dass sie es ernst meinte.

Einige Redewendungen haben dieselbe Bedeutung:

jemanden an der Nase herumführen
jemanden auf den Arm nehmen
jemanden auf die Schippe nehmen
jemandem einen Bären aufbinden
jemandem eine Geschichte auftischen
jemanden zum Besten halten
jemanden zum Narren halten

etwas verbraten

sein Geld für etwas ausgeben, bis nichts mehr übrig ist; etwas aufbrauchen

  • Der Lottogewinn hatte sie reich gemacht, doch innerhalb weniger Jahre hat sie alles verbraten. Sie hat auf zu großem Fuß gelebt.
  • Ihm bleiben in diesem Jahr noch 13 Urlaubstage. Diese will er für die Reise nach Finnland verbraten.
  • Unsere Tochter bekommt 25 Euro Taschengeld im Monat und wir hoffen, dass sie nicht alles verbrät, sondern auch etwas spart.

sich verkrümeln

sich unauffällig entfernen; heimlich verschwinden

  • Als sie ihm den Marsch blasen wollte, hatte er sich schon verkrümelt.
  • Es bringt nichts, dich zu verkrümeln. Du darfst dich nicht aus der Verantwortung stehlen.

jemanden vernaschen

1. jemanden mühelos und spielerisch besiegen/bezwingen 2. jemanden zu einem sexuellen Abenteuer verführen

  • Mit diesem Dribbling hat Jamal Musiala gleich drei Gegner vernascht. (1)
  • Eigentlich wäre er gern von ihr vernascht worden, aber das blieb nur ein Traum. (2)

etwas wegpfeffern; etwas hinpfeffern

etwas mit Kraft (und oft mit Geringschätzung) wegwerfen; etwas mit Kraft (und oft mit Geringschätzung) hinwerfen

  • Er hat den Stein einfach weggepfeffert, ohne darauf zu achten, ob sich dort jemand befand.
  • Sie hat ihre Tasche einfach in die Ecke gepfeffert.
  • Er kommt nach Hause, pfeffert seine Schultasche hin und verschwindet in seinem Zimmer.

jemanden weichkochen

jemanden so lange bearbeiten, bis er nachgibt; jemanden durch Insistieren zum Nachgeben bewegen

  • Im Verhör gelang es den Ermittlern, den Verdächtigen weichzukochen. Am Ende stand sein umfängliches Geständnis.
  • Die Verhandlung dauerte bis spät in die Morgenstunden, doch es gelang, den Gegner weichzukochen und einen Kompromiss auszuarbeiten.

Für besondere Leckermäuler stellen wir euch in einem anderen Artikel 24 ganz besondere deutsche Speisen vor. Guten Appetit.


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