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ausmachen | Konjugation, Bedeutungen, Beispiele, Synonyme & mehr

ausmachen

ausmachen

etwas ausmachen
mit jemandem etwas ausmachen
es macht jemandem etwas/nichts aus

Konjugation

Präsens
ich mache aus | du machst aus | er/sie/es macht aus
Präteritum
er/sie/es machte aus
Perfekt
er/sie/es hat ausgemacht

Einfaches Verb: machen

Bedeutungen und Beispiele

1. etwas abschalten; etwas ausschalten (A1)

etwas ausmachen

  • Ich mache den Fernseher aus und gehe ins Bett.
  • Wir machen das Radio aus.
  • Mach bitte das Licht aus! Wenn es hell ist, kann ich nicht schlafen.
  • Wir können die Heizung ausmachen, es ist jetzt warm genug.
  • Der Eintopf ist fertig, ich mache die Kochplatte aus.
  • Vergiss nicht, den Backofen nach zwanzig Minuten auszumachen!
  • Das Essen ist fertig. Mach den Computer aus und komm essen!
  • Alle Teilnehmer müssen vor Beginn der Prüfung ihr Handy ausmachen.
2. etwas, was brennt, auslöschen; etwas nicht weiterbrennen lassen (A1)

etwas ausmachen

  • Wer hat die Kerze ausgemacht?
  • Wir müssen das Feuer gut ausmachen, damit nichts passiert.
  • Machen Sie bitte Ihre Zigarette aus! Hier darf man nicht rauchen.
3. eine Vereinbarung treffen; etwas vereinbaren (B1)

etwas (mit jemandem) ausmachen

  • Wir müssen noch einen Treffpunkt ausmachen. Wo treffen wir uns morgen?
  • Wann machen wir den Termin für unser Treffen aus?
  • Ich habe mit einigen Mitschülern ausgemacht, dass wir gemeinsam für die Prüfung lernen werden.
  • Warum hast du nichts mitgebracht? Wir hatten doch ausgemacht, dass jeder etwas mitbringt.
  • Es war ausgemacht, dass wir mit eurem Auto nach Berlin fahren.
  • Das war doch von Anfang an so ausgemacht. Warum willst du jetzt nichts mehr von dieser Abmachung wissen?
  • Was habt ihr ausgemacht?
  • Mit wem hast du das ausgemacht? Ich weiß nichts davon.
4. jemanden stören; jemandem Unannehmlichkeiten bereiten (B2)

es macht jemandem etwas/nichts aus

  • Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich das Fenster öffne?
  • Wenn es dir nichts ausmacht, schalte ich jetzt das Licht aus.
  • Es macht mir überhaupt nichts aus, dass es heute regnet. Ich wäre sowieso drinnen geblieben.
  • Es macht mir schon etwas aus, dass du deine Freundin mitgebracht hast, denn ich wäre gern nur mit dir allein essen gegangen.
  • Würde es Ihnen etwas ausmachen, die Musik leiser zu machen? Es stört mich beim Lernen.
  • Würden Sie mir bitte die Einladung zeigen, wenn es Ihnen nichts ausmacht?
  • Es ist mir egal. Es macht mir wirklich nichts aus.
5. ein Spiel/einen Wettkampf (z.B. mit einem Zug/dem Ablegen einer Karte) erfolgreich beenden (C1-C2)

ausmachen

  • Wenn ich jetzt die richtige Karte hätte, könnte ich ausmachen.
  • Wieso machst du nicht aus? Du hast doch praktisch schon gewonnen?
  • Ein guter Schachspieler würde dieses Spiel mit vier Zügen ausmachen.

Hinweis: Die Bedeutung ist nicht „aufhören zu spielen“. Es kann sich durchaus um einen Durchgang eines Spiels handeln, den jemand siegreich beendet. Danach kann das Spiel mit einem neuen Durchgang fortgesetzt werden.

6. etwas in der Ferne erkennen (C1-C2)

etwas/jemanden ausmachen

  • Der Ort war vom Flugzeug aus kaum auszumachen.
  • Das Schiff am Horizont konnte man nur mit einem Fernglas ausmachen.
  • Dieser Planet war nur mit einem Teleskop auszumachen.
  • In dem dichten Schneetreiben waren die verunglückten Bergsteiger kaum auszumachen.
  • Mit bloßem Auge kann man das Ziel kaum ausmachen.
7. etwas durch Überlegungen oder Beobachtungen ermitteln oder entdecken (C1-C2)

etwas ausmachen

  • Leider konnten wir bisher keine Ursache für diese Entwicklung ausmachen.
  • Der Grund war leider nicht mehr auszumachen.
  • Warum er das getan hat, ist heute leider nicht mehr auszumachen.
  • Die Polizei war bei der Suche leider nicht sehr erfolgreich. Es gelang ihr nicht, das Versteck auszumachen.
  • Die Stelle, wo die Leichen damals vergraben wurden, war nicht mehr auszumachen.
  • Wir müssen versuchen, den genauen Standort des Gegners auszumachen.
8. das Wesentliche an etwas sein; das Wichtige sein (C1-C2)

jemanden/etwas ausmachen

  • In dieser Weiterbildung für Lehrer geht es darum, was einen guten und interessanten Deutschunterricht ausmacht.
  • Was macht für euch einen guten Lehrer aus?
  • Was macht einen guten Fußballer aus?
  • Er hat alles, was einen großen Künstler ausmacht.
  • Was macht den besonderen Reiz dieser Sprache aus?
  • Ich glaube, dass wir uns in unserem Denken sehr ähnlich sind, ist das, was unsere Freundschaft ausmacht.
9. eine Auswirkung haben; ins Gewicht fallen (C1-C2)

viel/etwas/nicht viel/nichts ausmachen

  • Es macht schon etwas aus, wenn man beim Einkaufen auf den Preis achtet.
  • Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass die Umwelt geschützt wird. Es ist nicht richtig, zu sagen, dass der Beitrag einer einzelnen Person nichts ausmache.
  • Du kannst ruhig aufhören. Ob du jetzt noch eine oder zwei Runden mehr läufst, macht auch nichts mehr aus. Du bist auch jetzt schon gut auf den Wettkampf vorbereitet.
  • Ob es noch zwei oder drei Grad kälter wird, macht auch nichts mehr aus.
  • Bei einem solchen Preis machen zehn oder zwanzig Euro mehr oder weniger auch nichts mehr aus.
  • Für die Fahrt gibt es zwei verschiedene Tickets. Im Fahrpreis macht das aber nicht wirklich etwas aus, denn beide Tickets kosten in etwa dasselbe.
10. eine bestimmte Menge ergeben (C1-C2)

etwas ausmachen

  • Es gibt zwei Strecken von hier nach Hamburg, die eine ist ein bisschen kürzer als die andere. Was die Fahrzeit angeht, macht das vielleicht 15 bis 20 Minuten aus.
  • Der Trainer beklagte sich, dass die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter im Laufe der Saison bestimmt 6 oder 7 Punkte ausmachen.
11. eine Pflanze aus der Erde reißen (C1-C2)

etwas ausmachen

  • Im Herbst werden die Kartoffeln ausgemacht.
  • Bevor wir hier etwas säen, müssen wir noch das Unkraut ausmachen.
  • Diese Sträucher sollten wir ausmachen, denn sie verdecken die Sicht.
  • Wir haben entschieden, diesen Baum nicht nur zu fällen, sondern ganz auszumachen.
  • Den Baum haben wir schon abgesägt, aber die Wurzel müssen wir noch ausmachen.

Synonyme und Verben mit ähnlicher Bedeutung

abschalten; ausschalten; ausknipsen [1]
löschen; auslöschen [2]
abmachen; absprechen; festlegen; vereinbaren; verabreden [3]
stören [4]
beenden; Schluss machen [5]
erkennen; erspähen; sehen [6]
ermitteln; entdecken; feststellen [7]
auszeichnen; bedeuten [8]
von Bedeutung sein [9]
ergeben; sich auf etwas belaufen [10]
ausgraben; ausreißen [11]

Antonyme/Gegenwörter

anmachen; anschalten; einschalten [1]
anzünden [2]
unbedeutend sein; nicht ins Gewicht fallen; egal sein [9]

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4 Kommentare

  1. Peter Kumm sagt

    Hallo deutschlernerblogger,

    ich stoße gerade auf dieses schöne Hilfsmittel zum Deutschunterricht
    für Ausländer und entdecke da auch für mich als ehemaligem Deutschlehrer viele neue Facetten unserer Sprache. Meine Frage: Wenn ich auf etwas mir als Muttersprachler Fragwürdiges treffe, kann ich das an der Stelle mitteilen oder wird das als oberlehrerhaftes Gebaren empfunden?
    Also z..B: unter den Bedeutungen von ausmachen sind die Nummern 5 und 11 sicher nicht allgemeiner Gebrauch. Unter 11 wohl eher rausmachten (ugs)
    Unter 5 Schluss machen oder eben beenden.
    Also: Solche Kommentare für die Redaktion eher hilfreich oder lästig?
    Mit besten Grüßen an das tolle Team

    • deutschlernerblog sagt

      Lieber Peter Kumm,

      danke für den Kommentar. Solche Anregungen, besonders wenn sie in einem so freundlichen Ton vorgetragen werden, sind immer hilfreich und willkommen.
      Wir freuen uns wirklich über solche Kommentare, die auch manchmal zu Korrekturen des von uns Geschriebenen oder zu interessanten Diskussionen führen.

      So habe ich bei 5. Schluss machen als Synonym hinzugefügt.
      Ich finde es auch immer faszinierend, wie viele verschiedene Bedeutungen manche Verben haben. Bei den Bedeutungen 5 und 11 handelt es sich um Bedeutungen, die sicherlich erst im C-Niveau relevant sind, und oft gibt es in unteren Sprachniveaus andere Verben, mit denen man dasselbe oder etwas Ähnliches ausdrücken kann.

      Ich denke aber schon, dass diese beiden Bedeutungen in bestimmten Situationen geläufig und allgemein verwendet werden. Mir passiert es manchmal, dass ich einen Begriff als nicht gebräuchlich empfinde, einfach weil er in meinem Umfeld (oft spielt das Elternhaus eine große Rolle) nicht gebraucht wurde.

      Bei der Bedeutung 5 ist nicht gemeint, dass alle Teilnehmer an einem Spiel mit diesem Spiel aufhören, also aufhören zu spielen, sondern dass einer der Spieler mit einem Zug/einer Karte das Spiel/den Durchgang siegreich beendet. Ich habe dieses wichtige Detail in der Bedeutungserkärung ergänzt.

      Vielen Dank für die Anmerkungen und liebe Grüße

      Andi Neustein

  2. AnnA sagt

    Dieser Kommentar erleichtert mich erheblich 🙂
    (Grüße von einer nicht muttersprachlichen DaF-Lehrerin, die 5, 6 und 11 nicht kannte und daher schon an sich stark verzweifelte ;))

    • deutschlernerblog sagt

      Hallo Anna,

      danke für deinen Kommentar. Du siehst, dass auch Muttersprachlern manchmal bestimmte Wörter mit einer bestimmten Bedeutung nicht so geläufig sind. Das passiert mir auch und ist ganz normal, denn jeder spricht ein bisschen anders und der Wortschatz, den man benutzt, hängt von vielen Faktoren ab.
      Dass jemand, auch wenn er, wie du, perfekt Deutsch spricht, nicht immer alle Bedeutungen eines Verbs kennt, ist ganz normal, denn das geht Muttersprachlern ja genauso. Mir übrigens auch manchmal. Deshalb lasse ich manche Bedeutungen, die mir wirklich ungebräuchlich vorkommen oder die ich noch nie gehört habe, auch weg.

      Zu den Bedeutungen, die dir nicht bekannt waren:

      5. Bei bestimmten Spielen, die man mit einem Zug oder dem Ablegen einer Karte siegreich beenden kann, sagt man wirklich „ausmachen“. Die Bedeutung ist aber nicht „aufhören zu spielen“, sondern mit einem Zug/einer Karte siegreich beenden. Es kann sich dabei durchaus um den Sieg in einem Durchgang handeln, danach spielt man weiter.

      6. Mit dieser Bedeutung verwendet man das Verb tatsächlich. Häufiger benutzt man bestimmt erkennen.

      11. Auch diese Bedeutung gibt es. Man kann auch, wie im Kommentar von Peter Kumm vorgeschlagen, rausmachen sagen. Bei Gartenarbeiten sagt man aber wirklich auch ausmachen.

      Liebe Grüße
      Andi

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