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Kunstgenuss in Mailand – Die Pinacoteca di Brera

Ein Text von Miriam Turri aus Italien aus der Reihe Deutschlerner aus aller Welt schreiben.

Kunstgenuss in Mailand

Am 10. Oktober 2020 sind wir nach Mailand gefahren, um dort die Pinacoteca di Brera zu besichtigen. Am Anfang wollen nur ich und die zwei ältesten meiner Kinder dorthin fahren, weil mein Mann und das kleinste Kind nicht an Kunst interessiert sind. Am Vorabend hat mir mein Mann jedoch vorgeschlagen, mit uns zu kommen. So sind wir am nächsten Morgen gegen zehn Uhr alle zusammen nach Mailand gefahren.

Das Wetter war zum Glück schön, ganz anders, als die Wettervorhersage es angekündigt hatte. Knapp eineinhalb Stunden nach der Abfahrt kamen wir im Parkhaus Famagosta, das etwas außerhalb der Stadt liegt, an. Von dort nimmt man die U-Bahn, die schnell ins Stadtzentrum führt. In nur zwei Stunden haben wir von unserer Haustür das Eingangstor der Pinakothek erreicht.

Die Reise hat leider mit einem Streit begonnen, denn mein Mann ist wegen des Geldes gestresst. Wir haben keine finanziellen Schwierigkeiten, doch er leidet unter einer Angst, die ich nur schwer verstehen kann. Ich kann nur vermuten, dass diese Angst, zu viel Geld auszugeben und nicht mehr über genügend Geld verfügen zu können, aus seiner Kindheit stammen könnte, in der er und seine Familie ziemlich arm waren. Nachdem wir wegen 14 Euro gestritten haben, haben wir den Hof des Castello Sforzesco (Sforza Schloss) betreten. Dort gibt es einen großen, wunderschönen, offenen Raum im Inneren der Mauern, der von vier massiven Türmen aus bewacht wird.

Nachdem wir uns versöhnt und wieder vertragen haben, haben wir uns getrennt. Mein Mann und das kleinste Kind blieben dort, um den Hof und den nebenliegenden Park zu besichtigen. Ich und die anderen zwei Kinder haben uns auf den Weg zur Pinakothek gemacht. Wir durften um 14:00 Uhr hineingehen und bis 15:30 Uhr die Kunstwerke genießen. Wegen der Covid-19 Pandemie darf man das Museum nur mit Terminreservierung und in einem vorgeschriebenen Zeitraum besuchen.

Pinacoteca di Brera | Foto: Miriam Turri

Es ist ein toller Tag geworden. Vor den Gemälden aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu stehen, die kräftigen Farben oder die Schattenspiele der Caravaggeschi zu betrachten, ist eine der schönsten Erfahrungen, die man erleben kann. Vor dem Bild stehend sich den Maler vorzustellen, der dieses Wunderwerk vor Jahrhunderten erschaffen hat, ist atemberaubend. Da die Anti-Covid-19 Maßnahmen einen Abstand von 2 Metern zu den anderen Menschen vorschreiben, waren die Säle fast leer, sodass wir die dort ausgestellte Kunst so gut und tief erlebt haben wie nie zuvor.

Unter der Pinakothek, die im oberen Stock liegt, befindet sich die Kunstakademie. Da meine Tochter an der Kunstakademie in Turin studiert, haben wir uns entschlossen, einen kurzen Spaziergang unter den Gewölben der Akademie zu machen. In den botanischen Garten wollten wir nicht mehr gehen, sondern einfach nur die gute Stimmung, die die Kunst verbreitet hat, genießen.

Am Ende unserer zauberhaften Besichtigung sind wir zum Dom gelaufen, wo wir mit dem anderen Teil der Familie verabredet waren, um von dort aus mit der U-Bahn zurück zum Parkhaus zu fahren. Keiner von uns konnte Mailand verlassen, ohne vorher einen letzten, verzauberten Blick auf den Dom zu werfen. Und die Lust, nach Mailand wieder nach Mailand zu fahren, ist schon wieder da.

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