Tipps zum Deutschlernen
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Sprachen lernen im Alltag – unkonventionelle Methoden mit Erfolgsaussicht

Beim Lernen einer neuen Fremdsprache geht nichts ohne Vokabeltraining und das Arbeiten mit Büchern. Wer sich aber nur hierauf beschränkt, wird nur langsam Erfolge erzielen. Stattdessen ist es wichtig, die Sprache in den Alltag zu integrieren und immer neue Kontaktpunkte zu knüpfen. Hierfür ist es möglich, ein Memory-Spiel zu nutzen, ein Tagebuch zu schreiben, Selbstgespräche zu führen oder sich Musik und Videos in der Zielsprache zu besorgen. Dieser Ratgeber stellt die wichtigsten Tipps für das Sprachen lernen im Alltag vor.

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Sprachen lernt man nicht nur aus Büchern. Die Sprache muss im Alltag auf vielfältigen Ebenen vorkommen.

Heimatgefühle weitestgehend ausschalten

Heimatverbundenheit ist grundsätzlich ein positives und angenehmes Gefühl, beim Sprachen lernen kann sie jedoch auch hinderlich sein. So zeigen Studien, dass sich Lernende schlechter auf eine Fremdsprache konzentrieren können, wenn sich Gegenstände aus ihrem Heimatland in der Nähe befinden. Andersherum fällt es Menschen deutlich leichter, sich auf eine neue Sprache einzulassen, wenn sie mit Gegenständen aus der Kultur der Zielsprache umgeben sind.

Beim Sprachenlernen ist es deswegen hilfreich, die vertrauten Umgebungen zu verlassen und sich auf ganz neue Dinge einzulassen. Wer das Vokabeltraining in einem französischen Café absolviert, erzielt leichter Lernerfolge als jemand, der sich zu Hause mit den Vokabeln beschäftigt. Beim Einkaufen in einem Fachgeschäft für Spezialitäten aus einem bestimmten Land ist es leicht möglich, sich mit der Kultur des Ziellandes zu umgeben und beim Vokabeltraining oder beim Sprechen erfolgreich zu sein. Um passende Artikel eines Ziellandes zu finden, hilft es, sich Produkte aus Deutschland im Test anzusehen.

Vokabeln in ein Memory-Spiel verwandeln

Untersuchungen haben gezeigt, dass spielerische Ansätze hervorragend dazu geeignet sind, um sich Vokabeln besser zu merken. Ein Klassiker hierbei ist Memory. Die Vokabeln werden auf kleine Zettel geschrieben und die Übersetzung auf andere Zettel. So können beispielsweise 20 Vokabeln aufgeschrieben werden, sodass 40 Zettel entstehen. Diese werden dann gemischt und wie bei einem klassischen Memory müssen die zueinander passenden Wörter gefunden werden.

Der Vorteil bei diesem Spiel ist, dass sich das Gehirn beim Memory gut konzentrieren muss. Nur so kann es sich die Positionen der einzelnen Wörter merken. Durch diese verschärfte Konzentration ist es aufnahmefähig und die Wörter gelangen leichter ins Langzeitgedächtnis. Außerdem tauchen abwechselnd Wörter in der Zielsprache und in der eigenen Muttersprache auf, sodass die Übersetzungen in beide Richtungen erfolgen. Somit prägen sich beide Varianten ein und sowohl das Verstehen als auch das aktive Sprechen werden unterstützt. Hinzu kommt, dass ein solches Spiel abwechslungsreicher und spaßiger ist, als immer nur über Büchern zu hocken. Diese zusätzliche Motivation erleichtert das Lernen ebenfalls.

Achtung: Nicht zu viele Vokabeln auf einmal in das Spiel aufnehmen. Ansonsten dauert es sehr lange und der Frustfaktor ist recht hoch.

Ein Tagebuch in der Zielsprache schreiben

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Wörterbücher sind beim Schreiben eines Tagebuchs in einer Fremdsprache eine große Hilfe.

Wer sich die ersten Grundlagen einer Fremdsprache angeeignet hat, sollte schnellstmöglich dazu übergehen, eigene Sätze zu schreiben. Hierdurch wird erkennbar, ob die Vokabeln so gut gelernt wurden, dass sie jederzeit abgerufen werden können. Außerdem bleiben die Vokabeln so nicht einzelne Inseln im Gedächtnis, sondern werden miteinander verknüpft. Der Satzbau hilft dabei, den Rhythmus und den Takt einer Sprache zu verstehen und diesen beim Sprechen anzunehmen.

Zu Beginn ist es sinnvoll, einfache Sätze zu schreiben. Mit der Zeit wird der Wortschatz größer und die Satzstrukturen der Fremdsprache sind einem vertrauter. Dann ist es eine gute Idee, sich an ein Tagebuch zu wagen. Hierdurch wird es nötig, Vokabeln zu lernen, die mit Erfahrungen und Erlebnissen im Alltag verknüpft sind. Nach kurzer Zeit werden sich Erfolge zeigen und die Satzstrukturen im Tagebuch komplizierter, die Geschichten länger und der Spaß immer größer. Wer sich Deutsch als Fremdsprache ausgesucht hat, sollte sich mit Tipps zum Deutschlernen beschäftigen.

Tipps für das Tagebuchschreiben in einer fremden Sprache:

  • zunächst mit wenigen Sätzen beginnen
  • zunächst einfache Satzstrukturen wählen, erst später den Schwierigkeitsgrad steigern
  • regelmäßig ein bisschen zu schreiben ist besser, als einmal viel zu schreiben
  • wenn Vokabeln fehlen, diese direkt nachschlagen und zu den Lernvokabeln hinzufügen
  • in regelmäßigen Abständen die Grammatik kontrollieren (oder von einem Muttersprachler kontrollieren lassen)

Musik und Videos in der Zielsprache anhören und ansehen

Um wirklichen Zugang zu einer Sprache zu erlangen, genügt es nicht, die Vokabeln einfach nur abzuspeichern. Stattdessen ist es wichtig, positive Emotionen mit der Sprache zu verknüpfen. Musik und Videos bieten hierfür einen guten Zugang. Diese machen Spaß und lassen sich an die persönlichen Wünsche und Vorlieben anpassen. Zunächst sollten Lieder und Videos gewählt werden, die einfache und klar verständliche Botschaften übermitteln. Die Bilder sollten für sich stehen und eine gute Ergänzung zu dem Gesagten sein. So ist es leichter möglich, die Lieder oder die Videos zu verstehen und sich an den Rhythmus der Sprache zu gewöhnen.

Tipp: Gerade zu Beginn des Lernens sollte auf Lieder und Videos mit Humor verzichtet werden. Um Witze zu verstehen, muss man in einer Sprache sehr tief drinstecken und diese gut beherrschen. Stattdessen sollten einfache, sachliche Videos angesehen und gut verständliche Liedtexte gewählt werden.

Selbstgespräche führen

Sprache kommt von sprechen. Wer nur Vokabeln lernt und Sprache passiv hört, wird nur langsam Lernerfolge erzielen. Stattdessen ist es wichtig, selbst ins Sprechen zu kommen und die neu gelernten Vokabeln direkt anzuwenden. Nicht immer steht ein Muttersprachler oder Tandem-Partner zur Verfügung, mit dem man sich in der Zielsprache unterhalten kann. Deswegen ist es sinnvoll, Selbstgespräche zu führen, um sich an das Sprechen und die Bildung von Sätzen zu gewöhnen.

Gespräche über den Alltag sind besonders geeignet, da hierdurch gebräuchliche und wichtige Vokabeln gelernt werden. Wenn einem bei einem Selbstgespräch eine Vokabel fehlt, ist das ein großer Vorteil. Diese kann direkt aufgeschrieben werden, um sie später nachzuschlagen. So erweitert sich der Wortschatz kontinuierlich mit Vokabeln, die einen unmittelbaren Bezug zum Alltag und zur eigenen Lebenswelt haben.

Vorteile von SelbstgesprächenNachteile von Selbstgesprächen
können immer und überall geführt werdenzunächst ungewohnt → erfordern Überwindung
Es zeigt sich, ob die gelernten Vokabeln im Langzeitgedächtnis angekommen sind.funktionieren nur mit einem bereits vorhandenen Wortschatz und Grammatikkenntnissen
Unabhängigkeit von Lernpartnernlediglich Wiederholung von bereits Gelerntem → kein Erkenntnisgewinn
Lernende gewöhnen sich an das Sprechen und die Bildung von Sätzenganz anders als ein Gespräch mit einem Gegenüber

Fazit

Die Möglichkeiten, eine Fremdsprache in den Alltag zu integrieren, sind nahezu unbegrenzt. Die Vokabeln und die Sätze sollten keine abstrakten Dinge sein, sondern Werkzeuge, mit denen man im Alltag umgeht. Wichtig ist es, die verschiedenen Lerntechniken auf die persönlichen Vorlieben anzupassen, damit die Übungen möglichst viel Spaß machen. So steigt die Motivation für das Lernen und die verschiedenen Vokabeln prägen sich gut ein.

1 Kommentare

  1. Tatjana sagt

    Ein interessanter Artikel mit vielen Ideen, die mir nie eingefallen wären zum Sprachenlernen.
    Es ist ja so – wenn man Spaß an einer Sache hat, klappt‘s besser. Daher sind diese Tipps sehr nützlich.
    Viele Grüße

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