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gucken oder kucken – Gute Frage

gucken oder kucken - geguckt oder gekuckt

gucken oder kucken?

Den Rechtschreibfehler haben viele Kinder in deutschen Grundschulen schon gemacht: kucken mit „k“ am Anfang. Und die meisten konnten sich dann auch ziemlich schnell merken, dass man kucken nicht mit „k“, sondern mit „g“ am Anfang schreibt, also gucken. Merken ja, aber nachvollziehen? Sagt man nicht „kucken“? Man hört doch ein „k“ und kein „g“ am Wortanfang, oder?

War es also ein Fehler, das Verb mit „k“ zu schreiben? Und ist es heute ein Fehler? Gibt es vielleicht regionale Unterschiede? Oder darf man es schreiben, wie man will?


Auch in der Literatur begegnet einem das Verb immer häufiger mit einem „k“ am Anfang. Schriftsteller wie Wladimir Kaminer und Marc-Uwe Kling kucken, statt zu gucken.
Im Norddeutschen Raum sagt man tatsächlich „kucken“, weiter Richtung Süden geht das K dann wohl immer mehr in ein G über. Der Duden akzeptiert die Schreibung mit „k“, allerdings mit dem Vermerk, dass es sich um eine norddeutsche Variante handelt.

Ihr solltet dieses Verb aber mit „g“ am Anfang schreiben, denn das ist auf jeden Fall und überall richtig. Außerdem werden Wortverbindungen mit dem Verb immer mit “g“ geschrieben:

der Ausguck, das Guckloch, das Guckfenster

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13 Kommentare

  1. Anni sagt

    Mich hat als Kind der Film „Kuck mal, wer da spricht“ immer durcheinander gebracht. Bei uns wurde es mit k als Fehler gerügt. Das habe ich nie verstanden. Ich finde, hier sind eindeutig beide Schreibweisen richtig.

  2. Thesi sagt

    Das Wort wurde ursprünglich mit g geschrieben und gesprochen. In Anlehnung an das Niederländische „kieken“, das mit „gucken“ aber nicht verwandt ist, hat man „gucken“ in Norddeutschland zunehmend „kucken“ ausgesprochen. Die Schreibweise orientiert sich aber noch an der alten Aussprache und ist somit etymologisch erklärbar.

    • Torstbert sagt

      Moin Thesi.
      Was du schreibst, ist so nicht richtig. Im Norddeutschen spricht man kucken seit jeher mit ‚k‘. Es liegt nahe, dass die Ursache im plattdeutschen ‚kieken‘ liegt, welches exakt die gleiche Bedeutung hat. Im Niederländischen heißt das übrigens ‚kijken‘ (sprich: kieken) und bedeutet kucken.

  3. Thomas sagt

    Vielleicht sollte man einige Schreibweisen aus dem Duden langsam mal verbannen und sich auf nur eine festlegen.
    Kucken wird „k“ geschrieben. Alles andere stimmt nicht mit der Aussprache überein. Aus einem gesprochenen „k“ kann unmöglich ein „g“ werden. Egal welche Region ! Hochdeutsch wird/sollte in allen Regionen gleich gelehrt werden.

    • deutschlernerblog sagt

      Es gibt aber auch Regionen, in denen gucken mit G gesprochen wird.

      Leider denken einige, dass ihre Art zu sprechen, die einzig richtige hochdeutsche Form ist. Dem ist aber oft nicht so.
      Ein anderes Beispiel ist die Aussprache von -ig am Ende, für die es auch zwei verschiedene und richtige Aussprachen (-ig/-ich) gibt.

      Grüße
      Andi

      • Hanseat sagt

        Nein, gibt es eigenttlich nicht… ig wird zumindest am Ende eines Wortes immer „ich“ ausgesprochen Innerhalb eines Wortes sieht das anders aus: König (Köni“ch“) und königlich (köni“g“lich)

        • deutschlernerblog sagt

          Klar, dass ein Hanseat nur diese Aussprache als einzig korrekte erachtet. Aber etwas weiter südlich ist das schon ganz anders, denn dort wird die Endung -ig nicht „-ich“ ausgesprochen.

        • Guido Flohr sagt

          Auch -ig im Wortinneren ist regelmäßig als -ich auszusprechen (wenigstens, Kleinigkeit, …). Bei Wörtern wie „königlich“ oder „lediglich“ ist nur deshalb -ig zu sprechen, damit zwei benachbarte -ich-Laute vermieden werden.

  4. Ähm es gibt mehr als eine Möglichkeit der Aussprache.
    Für dich ist gucken mit „k“ die einzig wahre Aussprache? Weil du Ausguck mit K sprichst?

    • Christian Hintzsche sagt

      im norden spricht man es Auskuck ja! Das heisst aber nicut das es die einzig richtige Aussprache ist.

  5. Chris sagt

    Ich habe bisher erst einen (hochsprachlichen) Menschen kennengelernt, der „gucken“ mit stimmhaftem G ausspricht. (Ich komme aus dem Rheinland, habe aber viele Kontakte in den Süden des deutschsprachigen Raumes.) Ansonsten sagen alle „kucken“. Leider wird diese Schreibweise nicht durchgängig, sondern eher selten verwendet, auch von den K-Sprechern.
    Ja, ist norddeutsch, aber bis weit in die Mitte Deutschland hinein mit K-Aussprache gebräuchlich. Im Süden mag es „gucken“ geben, aber dort ist es nicht das Wort, das man in den allermeisten Fällen benutzt. Man sagt üblicherweise (vor allem in Bayern und Österreich) „schauen“, in der Schweiz „luege“. Im Osten (z.B. Sachsen) hingegen, wo hochsprachliche Wörter, die einen stimmlosen Anlaut haben, gern stimmhaft gesprochen werden, wird dieses Prinzip auch auf „kucken“ angewandt.
    Aus meiner Sicht ist „gucken“ (künstliche) Schriftsprache.
    Beim Wort „Ausguck“ mag die Verteilung anders aussehen; ich spreche das G stimmlos.
    „kieken“ ist niederdeutsch und berlinerisch. Das niederländische Wort lautet kijken und legt einen Zusammenhang sehr nahe.
    Eine Zusammenfassung ist hier:
    https://de.wiktionary.org/wiki/gucken
    die aber leider „kucken“ nur als norddeutsche Nebenform ansieht. (Ich versuche mal, das zurechtzurücken)

  6. Chris sagt

    -ig / -ich:
    Die offizielle, allein korrekte Aussprache des Auslautes (insbes. Bühnendeutsch) ist -ich. Aber die übliche Aussprache (Umgangssprache, Mundart) neigt umso mehr zu -ig, je weiter man nach Süden kommt. Ich sehe die Grenze (bezüglich der Umgangssprache) nördlich von meiner Heimat (Rheinland). Da wären Erhebungen interessant.

    • deutschlernerblog sagt

      Ja, da irgendwo verläuft die Grenze. Ich komme auch aus dem Rheinland und dort hört man, wie du ja auch schreibst, schon beides.
      Aber auch wenn das Suffix -ig standardsprachlich ich ausgesprochen wird, z.B. Honig [‚ho:nıç], so ist die andere Aussprache natürlich nicht falsch.
      Ich spreche es normalerweise ich aus, habe aber zu Videos auch schon empörte Kommentare von Muttersprachlern (aus dem süddeutschen Raum) bekommen, dass die Aussprache doch völlig falsch sei. Mit richtig und falsch ist es ja oft so eine Sache.
      Grüße
      Andi

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